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NS-Propagandafilm „Jud Süß“

Ein traditionelles Kino

NS-Propagandafilm „Jud Süß“

Ein schwieriges, aber hochaktuelles Thema haben wir uns für die nächste Sonntagsmatinée ausgesucht. Wir zeigen am kommenden Sonntag, um 11 Uhr, den NS-Propagandafilm „Jud Süß“. Der Film war damals Pflichtprogramm für die SS und die KZ-Wachmannschaften. Regisseur Veit Harlan wurde damals von Propagandaminister Joseph Goebbels ausgezeichnet. Wir diskutieren den Film mit Schülerinnen und Schülern des Bergstraßen-Gymnasiums.

Verdrehung historischer Tatsachen

Das Filmplakat

Erzählt wird von Regisseur Veit Harlan die Geschichte des Juden Joseph Süß Oppenheimer (Ferdinand Marian), der im 18. Jahrhundert in den Diensten eines deutschen Fürsten steht. Aber anders als nach den historisch verbürgten Tatsachen, in denen der Württemberger Herzog Karl Alexander nach neuen Einnahmequellen für seinen verschwenderischen Staatshaushalt sucht und in Süß Oppenheimer einen loyalen Finanzberater und Steuereintreiber findet, vereinigt Harlan in seiner Person alle Stereotypen des hinterlistigen Juden: Oppenheimer verführt den Herzog zum prunkvollen Lebensstil und nutzt seinen Einfluss, um in Stuttgart den Judenbann aufzuheben und sich selbst maßlos zu bereichern.

Prozess gegen den Regisseur

Nach dem Krieg wurde Veit Harlan wegen Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Prozess gemacht, am Ende aber freigesprochen. Erst Jahre später kam heraus, dass der zuständige Richter während der NS-Zeit als Staatsanwalt für zahlreiche Todesurteile verantwortlich war.

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